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24.01.2012

Der praktische Fall: Führungskrise in der Geschäftsführung

Die zwei Geschäftsführer einer kleinen Produktionsgesellschaft haben sich soweit zerstritten, dass dadurch der gesamte Betrieb gelähmt wird. Die Mitarbeiter bilden Fraktionen für „ihren“ Geschäftsführer. Auch ihre Kommunikation...[mehr]

Kategorie: Der Praktische Fall

Der praktische Fall: Führungskrise in der Geschäftsführung


Die zwei Geschäftsführer einer kleinen Produktionsgesellschaft haben sich soweit zerstritten, dass dadurch der gesamte Betrieb gelähmt wird. Die Mitarbeiter bilden Fraktionen für „ihren“ Geschäftsführer. Auch ihre Kommunikation leidet. Als einer der Geschäftsführer eine Produktionsmaschine bestellt, die nach Auffassung des anderen den finanziellen Rahmen der Gesellschaft sprengt, droht das Ende der Gesellschaft. Auf Anraten eines Altgesellschafters wenden sich die Geschäftsführer an einen Mediator. Da die Geschäftsführer nicht gemeinsam zu einem Informationsgespräch über Mediation erscheinen wollten, führt der Mediator zunächst mit jedem getrennte Informationsgespräche. Die Geschäftsführer sehen danach die Mediation als eine Chance an, die auch von ihnen erkannte Führungskrise zu beenden und wieder zu einer gemeinsamen Gesprächsbasis zurückzufinden.


In der Mediation wurden sehr schnell die Ursachen der Krise offenkundig: beide Geschäftsführer waren zu gleichen Teilen an der Gesellschaft beteiligt. Sie hatten die Geschäftsanteile kurz zuvor erworben und die interne Struktur unverändert gelassen. Ein Geschäftsführer übernahm den kaufmännischen Bereich, der andere die Produktion. Kompetenzregeln hatten sie bei der Übernahme nicht vorgefunden und auch selbst nicht implementiert. Dies führte zu Einzelentscheidungen, die nicht aufeinander oder miteinander abgestimmt waren. Da war einmal die Bestellung einer zu großen Produktionsanlage, da war unter anderem die Anstellung eines Angestellten zu einem das bisherige Gehaltsgefüge sprengenden Gehalt.  In langwierigen Sitzungen von insgesamt 13 Stunden wurden die Grundlagen für Kompetenzrichtlinien erarbeitet und eine wöchentliche Geschäftsführerbesprechung zu einem festen Termin vereinbart.  Die Alternative wäre die Liquidation der Gesellschaft mit einem erheblichen Schaden für jeden Gesellschafter gewesen.